Styles and Systems
JUN FAN / JEET KUNE DO Jun Fan Gung Fu / Jeet Kune Do ist das Vermächtnis des 1973 verstorbenen Bruce Lee. Das Jun Fan Gung Fu berücksichtigt die Kampfprinzipien Lees als auch die dazugehörigen Trainingsmethodiken. Bruce Lee nannte ursprünglich dieses Kampfkonzept nach seinem chin. Vornamen Lee Jun Fan (was so viel wie "kleiner Drache" bedeutet), bevor er es nach den von ihm geschaffenen philosphischen Ansätzen und die Ausarbeitung der Konzepte ("5 Ways of Attack" - Intercepting Way) in das heute bekannte Jeet Kune Do umwandelte. Das Jun Fan wird grundsätzlich in zwei Hauptgebiete unterteilt: dem Jun Fan Kickboxing und dem Jun Fan Trapping (Trapping+Infight+Grappling). Dabei werden vier Distanzen trainiert: * 1. Kicking - Range (Tritt-Distanz) * 2. Boxing - Range (Box-Distanz) * 3. Trapping - Range (Trapping + Ellbogen/Knie-Distanz) * 4. Grappling - Range (Körper-Distanz) Jun Fan / Jeet Kune Do - "the way of the intercepting fist" (Weg der abfangenden Faust) ist im Gegensatz zu anderen Kampfstilen und Systemen an keine Regularien festgelegt. Jeet Kune Do (kurz JKD) ist frei und ungebunden. Es besitzt viele Techniken aus anderen Stilen ist aber nicht als neuer Stil anzusehen, dies war immer Bruce Lees bestreben. JKD ist nur ein Name, jeder Ausübende sollte sich frei von den Strukturen irgend eines Stils machen und sich die Dinge aneignen, die für ihn geeignet sind, die ihn zu enormer Effektivität verhelfen. Berücksichtigung sollten nur die Konzepte finden, vornehmlich die "5 ways of attack," also die Art und Weise, wie in einem Kampf vorzugehen sei. Diese heißen: * 1. S.D.A. - Single Direct Attack / S.A.A. - Simple Angle Attack * 2. P.I.A. - Progressive Indirect Atack * 3. H.I.A./F.I.A. - Hand Immobilization Attack/Foot Immo. Attack * 4. A.B.C. - Attack By Combination * 5. A.B.D. - Attack By Drawing Die Grundsätze des Jeet Kune Do lauten: * "Research your own experiences" * "Absorb, what is useful - reject, what is useless - and add specifically what is your own" * "Using no way as way - having no limitation as limitation" Bruce Lee gab sein JKD nur an wenige Auserwählte zu Lebzeiten weiter, darunter Schauspielgrößen wie James Coburn, Steve McQueen und Chuck Norris. Seine bekanntesten Schüler waren neben seiner Frau Linda die heutigen JKD-Größen Taky Kimura, Ted Wong, Larry Hartsell, Bob Bremer, Jesse Glover und Dan Inosanto. Inosanto war der einzige Schüler Lees, der von ihm persönlich zertifiziert wurde, Jeet Kune Do zu unterrichten. Wir unterrichten in direkter Linie zu SiFu/Guro Dan Inosanto das Jeet Kune Do. INOSANTO-KALI / FILIPINO MARTIAL ARTS Das Inosanto-Kali ist eine Symbiose aus verschiedenen Escrima- Kali- Arnisstilen, die von Guro Dan Inosanto entwickelt wurde. Die Haupteinflüsse das Inosanto-Kali kamen aus dem Pekiti-Tirsia-Kali, dem Villabrille-Kali, dem Serrada Escrima, dem Largo Mano sowie dem thailändischem Krabi Krabong. Guro Dan erlernte seit seiner Kindheit die philippinischen Kampfkünste, erst bei seinem Vater Sebastien Inosanto, später bei den Großmeistern der o.g. Stile, wie Grandmaster Angel Cabales (Serrada). Den größten Einfluss auf sein System hatte jedoch John LaCoste, wodurch das Inosanto-Kali auch Inosanto-LaCoste-Kali genannt wird. Kali (exp.: Kamot -Lihok = Bewegung der Hand), ist ein sehr vielfältiges System, welches nicht nur auf den reinen Stockkampf beruht, wie anfangs vom Laien angenommen. Die Filipinos entwickelten stets ein komplettes Kampfsystem, welches sowohl den Umgang der urtypischen Waffen dieser Region (Stock, Messer, Macheten, Schwerter, Pfeil und Bogen, Blasrohr, Tuch etc.) beinhaltet, als auch deren Umsetzung in den waffenlosen Kampf. Somit mußte der Kämpfer nur einmal die effektiven Techniken und Bewegungen erlernen und konnte sie dann sowohl mit der Waffe in der Hand als auch waffenlos ausüben. Dies führte zu schnellen Koordinationsmechanismen und zu einer relaxen Haltung bei den Bewegungsabläufen, die dennoch explosiv auf den Gegner einwirken. Es wurden keine gekünstelten Bewegungsmuster vorgegeben, sondern nur solche, die zu einer schnellen Handlungsweise führten. Dies und die gute Erlernbarkeit der Hand-Auge-Koordination des Kämpfers, verbunden mit der Schulung der Reflexe des gesamten Körpers, machen das Kali zu einem Stil, der kaum an Effektivität zu überbieten ist. Nicht umsonst nehmen sich viele andere Stile inzwischen der Lehrmethodik des Kali an. Folgende Bereiche werden trainiert: * Solo Olisi Einzelstock * Doble Olisi Doppelstock * Barraw Messer * Doble Barraw Doppelmesser * Espada y Daga Schwert und Dolch * Panantukan (Pangamut) Waffenlose Techniken * Pananjakman Tritt- und Knietechniken * Dumog Hebel- und Bodentechniken Guro Inosanto integrierte weitere Techniken und Prinzipien aus dem indonesischem Silat, dem thailändischem Muay Thai und Bruce Lees Jeet Kune Do und machte das Inosanto-Kali so anpassungsfähig an jede Situation. Inosanto-Kali ist somit nicht nur ein gut erlernbares und effektives System, sondern auch eine Ergänzung für Kampfsportler anderer Stile. PANANTUKAN / FILIPINO MARTIAL ARTS Panantukan, auch Suntukan, ist ein philippinischer Box-Stil. Der Begriff stammt von dem Tagalogwort suntok (dt. „Schlag“) ab. Während Panantukan wortwörtlich „dort, wo man schlägt“ bedeutet, heißt Suntukan übersetzt „Schlägerei“. Beide Begriffe beschreiben auf den Philippinen jedoch keine Form der Kampfkunst, sondern lediglich eine Prügelei. Doch da die Maharlika, auch als Pendekar bekannt, auch im unbewaffneten Nahkampf bewandt sein mussten, entwickelten sie Boxkampf ähnliche Fertigkeiten welche auch heute noch im Silat, Pencak Silat sowie im Arnis/Eskrima/Kali erlernt werden. Diese unterscheiden sich vom westlichen Boxen, darin, dass typische Silat-Techniken in ihnen erfolgen. So wird konstant versucht, den Gegner außer Gleichgewicht zu bringen oder ihn mit bestimmten Bewegungen zu verwirren. Schläge des Gegners werden häufig unterbrochen und häufiger werden auch zwei Angriffe auf einmal durchgeführt. Zudem erfolgen etliche Drehungen. Der Einsatz von Boxschlägen, Handkanten, Unterarmschlägen, Ellbogen, Knie, Futritte und -feger ist obligatorisch. MAJAPAHIT MARTIAL ARTS / SILAT Der Begriff Silat kommt aus Sumatra und kann mit dem Wort "Kampfkunst" übersetzt werden, meist wird ihm noch das Wort Pentjak (javanisch) vorangestellt. Sowohl Sumatra als auch Java gehören heute zum indonesichen Hoheitsgebiet, welches circa 12.000 Inseln umspannt und diese teilweise das damailige Königreich Majapahit darstellten. Symbol dieses Reiches, welches erstmal 600 nach Chr. erwähnt wurde, ist der Stierkopf. Silat ist ein Kampfstil, der alle Bereiche abdeckt, tiefe und hohe Stände, Würfe, Feger, Tritte und Schläge, Körpermanipulationen und Techniken mit Waffen, zu denen auch solche zählen, die man als Waffe nicht bezeichnen kann. Hierzu gehört bspw. der Sarong, ein Tuch, welches gewickelt als Rock oder Schärpe getragen wird. Das Majapahit Silat ist eine Silat-Methode von Guro Dan Inosanto. Er verband hierfür Techniken aus den Stilen Mande Muda, dem Bukti-Negara, dem Serak als auch Sequenzen aus dem Kuntao. Das Majapahit-Silat verfügt damit über ein eigenständiges Curriculum. Die bekanntesten Vertreter sind neben Guro Inosanto, Guro Joel Clark, Guro Rick Faye, Guro Rick Tucci, Guro Suzanne Luna Spezzano sowie Guro Daniel Lonero. Die Waffen des Silat: * Kayu / Batang - Stock * Kerambit - gekrümmter Dolch * Kris - Flammendolch * Pedang - Schwert * Tongkat - Wanderstock * Sesadang - Schulter-Schärpe * Sarong - getragenes Tuch In Guro Inosanto´s Silat-Methode wird der Umgang mit den Techniken in besondern Sequenzen gelehrt, die dem Schüler helfen, die Zusammenhänge besser zu erkennen und schneller zu erlernen. Gerade im Silat ist es sehr schwer, einzelnen Bewegungen eine bestimmte Wirkungsweise zuzuschreiben, wenn Einem nicht bekannt ist, wie daraus weiter gearbeitet werden sollte. Das Majapahit-Silat erklärt sich aufgrund des systembezogenen Aufbaus somit nach und nach von selbst und ermöglicht eine bessere und intensivere Erlernung. JAPANESE SHOOTO /COMBAT SUBMISSION WRESTLING Submission Wrestling (auch bekannt als Submission Fighting, Submission Grappling und No-Gi), in Japan bekannt als Combat Wrestling, ist eine Mischung aus verschiedenen Kampfsportarten , welche auf Haltetechniken und Bodenkampf spezialisiert sind. Ziel dieser Sportart ist es, den Gegner zur Aufgabe zu zwingen. Die Techniken dieser Sportart finden auch Anwendung bei Mixed Martial Arts, Pankration und Ringen. Die Sportart wird meistens in einer engen Shorts und mit freiem Oberkörper betrieben, um dem Gegner weniger Halt zu bieten, bzw. ihn daran zu hindern, an der Kleidung zu reißen und sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen. Submission Wrestling hat seinen Ursprung in folgenden Kampfkünsten: Brazilian Jiu-Jitsu, Ringen, Griechisch-Römisches Ringen, Judo, Sambo, Grappling, Luta Livre, Pankration, Shoot Wrestling, Shooto und Shuaijiao. Im Shooto, der japanischen Form der MMA, werden die Techniken aus den Bodenkampfsystemen und dem Stand-up-Fight (Kickboxen, Jiu-Jitsu) in lockeren Sparringsübungen zusammen geführt. Es wird im Shooto durch alle Distanzen gekämpft: aus dem Stand über den Wurf in den, Boden. Beim Shooto (auch Shoot Wrestling) werden Strategie, Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit geschult. Das technische Repertoire besteht aus Würfen, Haltegriffen, Hebeln und Würgetechniken. Später werden auch Schlag- und Tritttechniken im Training angedeutet, um möglichst realitätsnah zu trainieren. Aus dem Shooto entwickelte Sensei Erik Paulson seine Art des Kämpfens, das Combat Submission Wrestling (CSW), welches weitere Techniken aus dem BJJ, dem Ringen als auch dem Kickboxen, Thaiboxen und Savate im Stand erhält. Es schult die Basis im Stand und am Boden und baut systematisch auf, so dass der Schüler die schnell in allen Distanzen lernt zu kämpfen. Sensei Erik´s CSW ist für uns Grundlage für unser Grappling und Groundfighting. THAI-/KICKBOXING Das Muay Thai entwickelte sich aus regulären Kampfkünsten. Wenn Schwert und Speer unbrauchbar wurden, benutzte der Krieger seine Beine, Fäuste und Ellenbogen zum Kämpfen. Die klassische, traditionelle Art wird Muay Thai Boran genannt (Boran = traditionell, alt [Wortanleihe aus der Pali-Sprache]). Muay Thai Boran ist eine sehr komplexe traditionelle Kampfkunst, welche nicht nur das Kämpfen mit unterschiedlichen Waffen, sondern auch Bewegungen beinhaltet, die weit über die waffenlosen Techniken des heutigen Muay Thai hinausgehen. Krabi Krabong (Kurz- und Langwaffe) bezeichnet das Kämpfen mit unterschiedlichen Waffen. Stilistisch auffällige Merkmale des Muay Thai sind Ellenbogen, Knietechniken und das Clinchen. Die für Muay Thai bekannteste Technik ist der Kick mit dem blanken Schienbein, meist auf den Oberschenkel oder Rippenbereich gezielt. Je nach Reglement und Profistufe des Kämpfers können Knietritte zum Kopf zulässig sein. Dabei darf der Kopf des Gegners mit den Fäusten Richtung Boden gezogen werden. Beim Clinchen halten sich die Gegner im Stehen, versuchen sich aus dem Gleichgewicht zu bringen und treten mit den Knien gegen den Oberkörper oder die Oberschenkel des Gegners. Einige Reglements lassen das Fangen und anschließende Halten des gegnerischen Beines zu. Aufgrund des hohen Verletzungsrisikos durch Ellenbogen- und Knietechniken wird Muay Thai als eine der härtesten Kampfsportarten der Welt bezeichnet. Die Faustschlagtechniken sind ähnlich dem traditionellen europäischen Boxen, es sind aber auch Schläge aus der Drehung zulässig, wobei der Kopf des Gegners mit dem Faustrücken getroffen wird. Einige Stilarten erlauben Würfe. Da die meisten Muay-Thai-Würfe sehr gefährlich sind, verbieten die meisten Regelwerke sie jedoch. Andere asiatische Kampfkünste hatten niemals einen großen Einfluss auf die thailändische Kampfkunst, weil die eigene Kampfkunst so ausgereift war, dass die Thais keinen Sinn darin sahen, ihr fremde Techniken hinzuzufügen. Das Kickboxen entwickelte sich aus dem Karate in den 60er und 70er Jahren. Ziel war es, eine wettkampforientiertere Art des Karate zu erhalten...so kam erst der Name Sportkarate auf, später wurde daraus das Kickboxen. Im Gegensatz zum Thaiboxen werden keine Knie- und Ellbogentechniken angewandt, auch sind Tritte unterhalb der Gürtellinie verboten. Eine besondere Art des Kickboxens ist das französische Savate-Boxe Francaise, welches wir ebenfalls in den Unterricht mit einfließen lassen. Savate bedeutet "abgewetzter Schuh", da nur mit diesem gekickt wird, die Handtechniken kommen aus dem englischen Boxen. Zusätzlich verfügt das Savate auch über Selbstverteidigungstechniken, bei denen auch Würfe zum Einsatz kommen.
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